Prozessbegleitung in der Komplementärtherapie

«Wenn wir von Prozess sprechen, meinen wir oft Zyklen», eröffnet Pascale Jacot-Descombes ihr Impulsreferat: 1 Stunde z. B. in der Therapie, eine Sitzung / eine Sequenz / eine Behandlungsserie, ein Tag / ein Anlass (z.B. Beerdigung, herausforderndes Familientreffen, eine Lebensphase, ein Leben lang oder ein Atemzug.

Sie unterscheidet verschiedene Motivationen, in einen Prozess zu gehen. Eustress: Die Neugierde, Lust etwas zu lernen, erfahren, erleben: es gibt so viel Spannendes auf dieser Welt! Und Disstress: unter Druck sein, leiden, Symptome haben.

In unsere Praxis kommen Leute in der Regel, weil sie ein Defizit haben, unter Stress leiden, also Disstress erleiden.

Definition zu Prozessbegleitung
Ich bin meiner Klientin ein verlässliches Gegenüber, gehe eine Beziehung ein, frage nach, begleite, bleibe am Ball, vermeide jegliche Art von Kontaktabbruch. Ich spreche Unangenehmes und das „zwischen den Zeilen“ an. Ich habe je nach Thema keine Vorstellung, wie die Sitzung zu verlaufen hat und welches das Endresultat sein soll. Ich nehme mich wahr und unterscheide zwischen dem, was KlientIn betrifft und was mich persönlich betrifft / berührt und was in mir ausgelöst wird, auch was ich körperlich, energetisch oder emotional wahrnehme. Ich spreche aus, wenn ein Thema nicht zu meinen Kompetenzen gehört oder ich mich unsicher oder unwohl fühle in Bezug zu einer Thematik oder Person.

4 wichtigste Punkte zu Prozessbegleitung sind demnach Befunderhebung, Gespräch und Behandlung sind ein Prozess in welchem wir Körper, Seele und Geist ansprechen. Das Behandeln selbst, das sich fortlaufend am ausgelösten Prozess orientiert. D.h. wir folgen jeweils dem Prozess. Veränderungen und Geschehnisse während der Behandlung werden angesprochen. Dies führt zu Bewusstwerdung und Nachhaltigkeit. Prozess ist ein Geschehen, welches Unbewusstes und Bewusstsein in Verbindung bringt.

Was heisst das im Shiatsu?

Es gibt verschiedene Ebenen, auf welchen wir unsere Klienten begleiten.

Geist/Gespräch: Wir Europäerinnen und Europäer brauchen das Gespräch, um uns ganzheitlich abgeholt und verstanden zu fühlen. Unsere Therapie-Form, das Shiatsu, kommt aus einer ganz anderen Kultur. Dort spielt das Gespräch nur eine untergeordnete Rolle, weil der Therapeut umso mehr all seine Sinne, seine Intuition und sein Wissen einsetzte, um einen sehr differenzierten Befund zu machen. Gut möglich, dass in alten Zeiten oder in asiatischen Kulturen die Leute damit sehr ganzheitlich abgeholt und begleitet waren. Heute wissen wir sehr viel über uns Menschen, über Psychologie, über Verhaltensweisen. Wir leben häufig sehr bewusst, haben uns mit uns selbst auseinander gesetzt, wissen schon einiges über uns selbst und möchten unser ICH ganzheitlich angesprochen haben. Grundsätzlich gilt für das Gespräch, dass wir aktiv zuhören, die richtigen Fragen stellen, im Joining sind was heisst, dass wir uns mit dem Klienten verbinden und in seine Welt eintauchen.  Über die Gesprächsführung allein kann ein mehrtägiger Kurs angeboten werden.

Körper ist in den meisten Komplementär Therapien enthalten. Im Shiatsu arbeiten wir direkt auf dem Körper, unsere Klienten werden berührt an Bauch und Rücken, Armen und Beinen, Händen und Füssen, Kopf und Nacken. Verschiedene Schichten, Tiefen und Ebenen werden angesprochen. 

Energie: durch das Harmonisieren der Energieleitbahnen, arbeiten wir direkt mit dem Ki, dem Chi der Klientin

Seele: Die Ebene der Seele ist je nach Therapieform oder v.a. je nach Persönlichkeit oder Wissen der Therapeutin/des Therapeuten mit einbezogen. In der Arbeit am Meridian und auf den Akupunkturpunkten sprechen wir dieses Ebene ebenfalls an. 

Übung mit Demo

Wir machen eine kleine Übung, welche stellvertretend für einen kleinen Prozess steht:

  • Sich finden – Joining
  • Bei sich wahrnehmen was geschieht, was sich verändert
  • Einen Schluss finden
  • Sich voneinander lösen / trennen

 

Weitere Zusammenfassungen 

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