Workshop Höchstleistungen durch Augentraining - das Zusammenspiel von Körper und Augen verstehen und optimieren

„Besser sehen heisst besser leben.“

Was haben Optometrie, Sportwissenschaft und Hirnforschung gemeinsam? war die Ausgangsfrage für den Workshop mit dem Sportoptometristen Pascal Abegg.

Dieser zeigte mit viel spannender Theorie und lehrreichen Übungen auf, dass Funktionsanomalien des visuellen Systems sich negativ auf die Konzentration, die Koordination, die Visualisation, das Gleichgewicht und das Timing auswirken können. Neurologische Trainingsprogramme verknüpfen heute deshalb auch die Erkenntnisse aus Optometrie, Sportwissenschaft und Hirnforschung wirkungsvoll miteinander. Auf die individuellen Voraussetzungen angepasste Übungen können sowohl Sehleistung als auch Körperleistung optimieren.

In der Optometrie (Messen der Sehleistung) wird zwischen strukturellen und funktionalen Sehproblemen unterschieden. Funktionale Sehprobleme können mit entsprechendem Training verbessert oder sogar behoben werden. Kontaktlinsen oder Brille können unter Umständen den Muskeltonus der gesamten Muskulatur verändern, Verspannungen oder veränderte Bewegungsanläufe können die Folge sein. Ein Tennisspieler kann den Ball zwar besser sehen, trifft ihn aber nicht mehr.

Die Sehleistung wird von physiologischen und psychologischen Faktoren beeinflusst. Bewegung und die daraus resultierende Tonusveränderung der Muskulatur verändern die visuelle Wahrnehmung und damit die optometrischen Messungen. Sehprüfungen vor, während oder nach physiologischen oder psychologischen Belastungen fallen deshalb unterschiedlich aus.

Zum visuellen System

Das visuelle System ist der Teil eines Nervensystems, der mit der Verarbeitung von visueller Information beschäftigt ist. Das visuelle System umfasst das Auge mit Netzhaut, den Sehnerv, Teile des Thalamus und des Hirnstamms sowie die Sehrinde.

Visuelle Wahrnehmung bedeutet – über das reine „Sehen“ hinausgehend – eine „explizite symbolische Beschreibung der beobachteten Szene“. Dazu wird das auf der Netzhaut durch den optischen Apparat projizierte Bild der Szene bereits in der Netzhaut analysiert (Helligkeit, Farbe, Kontraste, Bewegung) und bearbeitet (Helligkeitsausgleich, Kontrastverstärkung). Bei der Weiterleitung über Sehnerven und Kniehöcker bleiben die räumlichen Lagebeziehungen der Rezeptoren in den Lagebeziehungen der Nervenbahnen und Synapsen erhalten. Das Erkennen von einzelnen Elementen und ihrer Bedeutung erfolgt wahrscheinlich durch Vergleich mit bereits gespeicherten Erfahrungen (Szenen verknüpft mit Körpergefühl, Emotionen, Geruch, Geräusche und vieles andere mehr).

Das vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) hat einen massgeblichen Einfluss auf verschiedene Organsysteme, so auch auf das visuelle System.  Unter Sympathikus-Einfluss ist die Pupille erweitert, unter Einfluss des Parasympathikus ist die Pupille verengt und auf Nähe fokussiert. Der Zustand des vegetativen Nervensystems ist also ein stückweit an den Augen ablesbar.

Wahrnehmung und Muskeltonus

Zentral-periphere Wahrnehmung <=> vegetatives Nervensystem <=> Muskeltonus <=> Optometrische Messungen

Der Zusammenhang von Wahrnehmung und Muskeltonus ist essentiell für die Leistungsfähigkeit des Körpers. Der Muskeltonus wird nicht nur durch die Haltung beeinflusst, sondern auch durch

  • Physikalische Reaktionen
  • Physische Reaktionen
  • Chemische Reaktionen
  • Psychische Reaktionen

Durch diverse Übungen wurde im Wokshop aktiv Erfahrung darüber gesammelt, wie schnell sich die Sicht verändern /verbessern kann, wenn wir dem Körper den richtigen Impuls geben von Spannung und Entspannung. Dabei wird mit den Sympathikus und dem Parasympathikus gearbeitet, um die richtige innere Spannung zu erzeugen. Mit der richtigen inneren Spannung wird automatisch auch unsere Sicht besser.

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