Masunaga Shiatsu

Eine wesentlich Errungenschaft der Arbeit Masunagas lag in der Erweiterung des klassischen überlieferten Meridiansystems.

Während sich in der TCM und davon abgeleiteten Komplementär-therapieformen die 12 Hauptmeridiane aufteilen in

  • 6 Meridiane, welche an den Händen beginnen/enden (Lunge, Dickdarm, Herz, Dünndarm, Herz-Kreislauf, Dreifacher Erwärmer), bzw.
  • 6 Meridiane, welche an den Füssen beginnen/enden (Niere, Blase, Magen, Milz, Gallenblase, Leber),

hat Masunaga dieses System erweitert, sodass alle 12 Meridiane in Beinen und Armen zu finden sind. Zudem erweiterte er auch die energetischen Befundzonen am Bauch um Befundzonen am Rücken. Seine Begründung war, dass im Shiatsu mit einem komplexerem System gearbeitet wird als in der Akupunktur.

Bedingt durch seine Arbeit als Psychotherapeut sah er das Wirken seines Shiatsu auch verstärkt im psychologischen Bereich. Er zielte darauf ab, dass sich eine emotionale Befindlichkeit im Körper manifestiert - als grundlegendes Bedürfnis der Seele.

Er ging davon aus, dass sich Energie im normalen, alltäglichen Ungleichgewicht von selbst wieder ausgleichen kann, dass aber tiefer gehende Störungen äusseren und inneren Ursprungs den Energiefluss und auch den Verlauf der Meridiane verändern können.

Der effektive Verlauf der Meridianbahn muss also nicht nur gelernt, sondern auch erspürt werden. Shiatsu lernt man folglich - nach Ansicht Masunagas - durch üben und durch Schulung der Fähigkeiten des ganzheitlichen Bewusstseins.

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