Colette Scarpel erzählt 

Meinen ersten Kontakt mit Shiatsu hatte ich in den 80igern mit 24 Jahren als Klientin. Shiatsu faszinierte mich sofort und ich befasste mich näher damit. Während den Behandlungen, fühlte ich jeweils einen tiefen inneren Frieden welchen ich näher erkunden wollte und begann schon bald die Ausbildung, welche ich aber aus unterschiedlichen Gründen vor dem Abschluss beendete.

Jahre später, in der 2. Schwangerschaft plagten mich Rückenbeschwerden und auf Empfehlung einer Nachbarin suchte ich Pascale Jacot-Descombes auf, und nahm öfters Shiatsu Behandlungen bei ihr. Sie betrieb ihre Siatsu Schule in Eschenmosen b. Bülach und so lernte ich die Ko Schule kennen. Erneut befasste ich mich mit dem Thema Ausbildung.

Da ich zu dem Zeitpunkt unter einem progredienten Hörverlust litt, der erst im Erwachsenenalter begann, hatte ich Zweifel ob es überhaupt möglich ist, eine Ausbildung zu machen, wenn ich nur sehr wenig verstand. Das Schneckenhaus in das ich mich über die Jahre zurückzog war ganz komfortabel. Da ich einen handwerklichen Beruf erlernt hatte waren meine Hände aber immer ein geliebtes Werkzeug für mich und vielleicht war Shiatsu ja eine Tätigkeit die ich auch ohne Hörfähigkeit ausüben konnte.

Ich sprach mit Pascale darüber und 2008 wagte ich den Schritt in die Ausbildung. 

Eigentlich wollte ich einfach mal schauen ob ich mich überhaupt darauf einlassen konnte, und vielleicht 2-3 Module machen. Die mündlichen Teile, und alles was mit Gesprächen zu tun hatte, bereiteten mir natürlich sehr viel Mühe. Ich brauchte Hilfsmittel und ich bereute es mehr als einmal, dass ich so viel Mut aufgebracht hatte. 

Die Ko-Schule unterstützte mich immer unkompliziert und mit grosser Liebenswürdigkeit. Auch die Studierenden welche mir spontan ihre Notizen zukommen liessen, damit ich sie zu Hause durchlesen konnte trugen einen grossen Teil dazu bei, dass ich mich immer wohler fühlte.

Die praktischen Teile gefielen mir sehr gut, da ich mir angewöhnte einfach zu beobachten und umsetzte was ich sah. Ich merkte, dass ich im Gegensatz zum persönlichen Gespräch, mit den Händen keine Berührungsängste hatte.

Die Freundlichkeit, die Unterstützung und die Erfahrungen die ich an dieser Schule erleben durfte, motivierten mich schlussendlich, das Shiatsu-Diplom als persönliches Ziel zu fokussieren. Nach 4,5 Jahren hatte ich es geschafft, und habe 2012 mein Diplom erhalten.

Die Ko- Schule war ein Ort, der mir zwar manchmal Angst einjagte, an dem ich aber spürte, dass ich dem näher kam was ich schon immer suchte. Die Ausbildung eröffnete mir ein neues Bewusst-Sein, mein Vertrauen in das Leben und die eigenen Fähigkeiten wuchs, und Stille bekam eine neue Bedeutung für mich.

In einem Kurs von Victor Müller hörte ich eine Aussage die meine eigenen Erfahrungen über das Leben schön beschreibt; „... mit der Geburt, der Trennung vom Einssein, beginnt die (manchmal schwierige und leidvolle) Suche, das zu werden, was du zu sein gedacht bist.“

Auf dem Futon spüre diesen inneren Frieden, und habe das Gefühl „zu Sein“ ich komme in Kontakt mit mir selbst und weiss, dass das was in meinem Leben geschieht einen Sinn hat. Dank technischen Hilfsmitteln arbeite ich heute in einer Schule unter vielen Menschen und als Shiatsu Therapeutin.

"Die Freundlichkeit, die Unterstützung und die Erfahrungen die ich an dieser Schule erleben durfte, motivierten mich schlussendlich, das Shiatsu-Diplom als persönliches Ziel zu fokussieren."

Colette Scarpel war von 2008 bis 2012 in der Shiatsu-Ausbildung an der Ko Schule.